10Jahre
der Bau des Empfangsgebäudes

Vorwort:

 

Auf dieser Seite kann nachverfolgt werden, wie das Empfangsgebäude des Bahnhofs Uhlenhorst entsteht. Bei Methode, mit der ich vorgegangen bin, ist etwas ungewöhnlich aber durchaus möglich und sinnvoll im Einzelfall. Ich wollte anfangs das Gebäude mit handelsüblichen Mauerplatten bauen. Jedoch trat schon das erste Problem auf, bevor ich überhaupt angefangen hatte. Es kam die Frage auf, wie mache ich die Fenster- und Türstürze an einem Klinkerbau? Diese sind am Vorbild im Bogen ausgeführt. Ein nachträgliches Aufkleben schied von vorn herein aus und ein Ausfeilen der betreffenden Stelle, um die Stürze dort einzusetzen, wäre mir zu fummelig gewesen.

Die Idee war nun, die Ätztechnik anzuwenden und das Modell als Messingmodell zu bauen. Diese Methode verspricht einwandfrei aussehende Stürze über Türen und Fenster. Zudem wirken sie vorbildgerecht. Nach langer Zeichenarbeit im Corel war es dann soweit gewesen. Negativ wirkte sich jedoch das Fehlen einer Zeichnung aus. Es gibt einfach keine bekannten Unterlagen von dem Gebäude. Dieses kompensierte ich mit Fotos, auf denen ich die Ziegel einfach abzählte. Beim Ausrechnen der entsprechende Maße dürfen die Fugen aber nicht vergessen werden.

 

Baubericht des Modells:

 

Viele Teile sind aus Messing. Dadurch bot sich die Löttechnik natürlich an soweit es sinnvoll und zweckmäßig war. Es wurden jeweils erst die einzelnen Seitenwände der Etagen zusammen gesetzt und die Fensterbänke eingebaut. Die Seitenteile wurde hinten noch mit Profilen verstärkt um eine gewisse Stabilität zu erreichen um auch Flächen zum verkleben der Teile zu gewinnen. Der eingesetzte Zahnfries zwischen den Etagen stammt von Auhagen. Dieser wurde verklebt. Anschließend konnte schon mit der Farbgebung begonnen werden. Vorher wurde jedoch das Modell gesandstrahlt und wieder gereinigt. Damit wurden Verunreinigungen beseitigt und die Oberfläche allgemein aufgeraut. Für das Rot der Ziegelsteine verwendete ich Farbe von Weinert. Zum verfugen der Steine benutze ich ein helles Grau von Revell. Gleichzeitig wurden auch die Teile der Veranda und das Fundament lackiert. Auch der weiße Untergrund für die Anschriften am Gebäude und die Anschriften selbst wurden ebenfalls angebracht. Eine Alterung des Mauerwerks habe ich ebenfalls mit diesem Aufbauzustand durchgeführt. Nun konnte mit dem Innenausbau begonnen werden.

 

Da das Gebäude innen beleuchtet sein sollte, legte ich entsprechenden Wert auf die Gestaltung der Räume. Jedoch sind nur einzelne Räume beleuchtet und nicht der gesamte Innenraum. Die Innenaufteilung des Empfangsgebäudes lies sich vom Vorbild nicht mehr feststellen. Es könnte also so gewesen sein. Die Trennwände sind aus Platikplatten zurecht geschnitten worden. Die Dekoration der Wände und des Fußbodens sind am Computer entstanden und einfach auf Papier ausgedruckt worden. Teile des Mobiliars sind von Preiser und Auhagen. Einiges ist im völligen Eigenbau entstanden. Zum Beispiel (Bild: Bild Dienstraum innen beleuchtet) das Wandregal im Dienstraum mit den Dienstvorschriften. Auch die Veranda wurde entsprechend meiner Wünsche durchgestaltet. Der kleine rückwärtige Anbau wurde mit Streifen aus Pappe hergestellt und anschließend farblich behandelt. Die nachgebildeten Türscharniere sind extra angefertigte Ätzteile. Genau wie auch die Leiter die an der Rückwand des Gebäudes ihren Platz finden wird.

 

Leider gab es nun zum Zeitpunkt dieser Ausbauphase einen kleinen Rückschlag. Mir waren unvermittelt neue Fotos vom Bahnhof Uhlenhorst zugänglich. Auf diesen Bildern war nun auch die Ansicht des mir bis dato fehlenden Nordgiebels zu sehen. Dieser wich erheblich von meinem Modell ab. Als Kompromiss hatte ich ihn damals so gestaltet wie den anderen. Auch war ein weiterer Anbau zu erkennen.

 

Nun gab es mehrere Möglichkeiten mit dieser neuen Tatsache umzugehen. Die einfachste Variante wäre diesen neuen Umstand einfach zu ignorieren. Variante zwei wäre als kleine Lösung nur das ansetzen des Anbaus möglich. Jedoch stimmt dann immer noch nicht die Fensteranordnung. Bei der dritten Variante und “großen Lösung” ist ein massiver Eingriff nötig ins bereits gebaute Modell. Der falsche Giebel wird herausgetrennt und ersetzt. Natürlich wird der Anbau auch angesetzt. Ich hatte mich für die letzte konsequente Variante entschieden. Dazu wurden neue Teile erstellt und entsprechend eingebaut.

 

Nach dieser schwierigen “Operation” konnte der normale Weiterbau fortgeführt werden. Jetzt war die erste Etage dran. Auch hier bin ich genauso vorgegangen mit der Gestaltung der Wände und des Fußbodens wie unten. Die Möbel für das obere Zimmer sind aus Ätzteilen entstanden. Zu diesem Zeitpunkt war dann auch die Innenbeleuchtung im Dienstraum, der Wirtschaft mit Veranda, des oberen Zimmers sowie die beiden Außenlampen eingebaut. Verbaut wurden 3 Volt Microlampen von Brawa. Weil das Gebäude hinterher nicht zu öffnen wäre, habe ich bei der Innenbeleuchtung gleich jeweils eine zweite Lampe als Reserve installiert.

 

Nun erfolgte das aufsetzen des Daches. Es ist aus Plastikplatten gefertigt. Anschließend wurden geschnittene Streifen vom Tempotaschentuch als Dachpappe aufgebracht und mit Revell Nr.9 gestrichen. Danach erfolgte die Montage des Blitzableiters sowie der Dachrinnen und Fallrohre von Auhagen. Diese wurden von mir zusätzlich noch etwas aufgefräst. Das waren die letzten Arbeiten am Gebäude und es ist nun fertig zum Einbau in die zukünftige Anlage.

 

Mit diesem Projekt konnte ich auch reichlich Erfahrung sammeln. Es ist das erste Gebäude überhaupt, das im völligen Selbstbau nach Vorbild bei mir entstanden ist.

 

Nachfolgend der Baubericht in Bildern. Die Bilder sind eigentlich selbsterklärend und die kleineren Bilder können durch anklicken vergrößert werden.

 

Bevor ich nun den Auftrag zum Ätzen erteilte, wurde erst alles einfach mal auf Fotopapier ausgedruckt und provisorisch zusammengeklebt. Damit können die Proportionen überprüft werden und auch grobe Fehler aufgedeckt werden. Das war der erste greifbare Anfang.

1_grobes privisorisches Pappmodell

 

Das sind nun die gesamten Platinen für das Gebäude. Allerdings sollte es nicht dabei bleiben. An einigen Teilen mussten später noch noch Korrekturen vorgenommen werden. Das hieß, einzelne neue Teile Ätzen lassen.

2_Platinen EG Uhlenhorst

 

Die fertigen einzelnen Seiten. Das unter und obere Stockwerk sind jeweils getrennt. Die Kanten oben und unten wurden mit Winkelprofilen verstärkt. Diese werden auch als Auflage- und Klebefläche dienen.

3_alle Wände einzeln

 

Alle Ecken sind verlötet und verputzt.

4_Fundament, EG und erster Stock

 

Die Stockwerke wurden miteinander verklebt. Der Zahnfries stammt von Auhagen.

5_Hauptgebäude mit Fries

 

Ein besonderes Augenmerk wurde auf den Verandaanbau gelegt. Dieser ist aus mehreren Lagen zusammengesetzt und verlötet. Die untere Verkleidung wird erst nach dem Lackieren eingesetzt.

6_Anbau Rohbau

 

Auch das Fundament ist aus Ätzteilen gefertigt. Der hintere Kasten ist das später tragende Gerüst für den kleinen Holzanbau.

7_Fundament komplett

 

Die erste große Stellprobe aller Teile. Hier die Vorderseite ...

8_Gebäude mit Anbau

 

... und von der Rückseite.

9_kleiner Anbau hinten, Gerüst

 

Nun geht es bereits an die farbliche Gestaltung. Alle Teile wurden gesandstrahlt und Rot lackiert. Danach wurden die Ziegelfugen mit Grau ausgelegt. Auch die restlichen Gebäudeteile wurden bereits in den entsprechenden Farben lackiert.

10_Gebäudehauptteil lackiert

 

Alle wesentlichen Gebäudeteile sind zusammengesetzt. Erste Details sind ebenfalls schon angebracht.

11_EG rechts

 

Das selbe noch von der anderen Seite.

12_EG links

 

Die Rückseite mit dem Gerüst für den kleinen Holzanbau.

13_Anbau unverkleidet

 

Der fertige Holzanbau. Er besteht aus Pappe. Die Türbeschläge sind Ätzteile.

14_EG Anbau fertig

 

Der durchgestaltete Dienstraum von oben. Das Mobiliar stammt von Auhagen und ist auch teilweise im Eigenbau entstanden.

15_Dienstraum offen

 

Ein Blick in den Dienstraum mit angebrachter Merktafel. Keine Besonderheiten angeschrieben.

16_Merktafel

 

Ein Blick durchs Fenster. Der Schreibtisch im Dienstraum von Uhlenhorst mit Fernsprecher, Zugmeldebuch und beleuchteter Schreibtischlampe. In der Lampe wurde eine LED verbaut.

17_Schreibtischlampe

 

Noch ein Blick in den Dienstraum. Dieses mal mit der Beleuchtung der Decken. Dafür wurden allgemeine Microlampen verwendet.

18_Dienstraum innen beleuchtet

 

Hier der gestaltete Innenraum der Wirtschaft. Die Dekoration für den Fußboden und der Wände wurde am PC erstellt.

19_Wirtschaft innen

 

Die Innenansicht der Veranda.

20_Veranda innen

 

Die Veranda im Detail.

21_Blick in Veranda

 

Während der Arbeit am Empfangsgebäudes tauchte unerwartet eine Foto des nördlichen Giebels auf. Auch war darauf ein Anbau zu erkennen. Beides war mir vorher unbekannt. Das folgende Bild zeigt deutlich den Unterschied vom Original und Modell.

22_EG Giebel Vergleich

 

Die neuen Seitenteile.

23_neuer Giebel

 

Vor dem Einbau der neuen Teile musste der alte Giebel herausgetrennt werden. Deutlich sind die Unterschiede zu erkennen.

24_Giebelumbau hat begonnen

 

Hier sind die neuen Teile einpasst worden ...

25_Wände provisorisch eingepaßt

 

... um sie noch vor dem festen Einbau zu lackieren und zu dekorieren. Ein Lackierung im eingebauten Zustand schied aus. Die hierzu nötige Abkleberei hielt ich für zu aufwendig.

26_Nordgiebel fast fertig

 

Der fertige Giebel eingesetzt.

27_Nordgiebel neu und fertig

 

Auch im oberen Stockwerk wurde ein Raum durchgestaltet. Auch nur dieser ist beleuchtet.

28_Zimmer oben

 

Von außen ein Blick durch die geöffneten Fenster.

29_Zimmer oben von außen

 

Das ganze noch mal mit Beleuchtung.

30_Einblick Zimmer oben mit Licht

 

Abschließend noch das fertigen Empfangsgebäudes Uhlenhorst mit allen Ansichten:

31_EG Uhlenhorst fertig

32_EG Uhlenhorstfertig

33_EG Uhlenhorstfertig

34_EG Uhlenhorstfertig

 

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